Je rascher wir uns dem adventlichen Finale nähern, das heißt, je banger die Vorweihnachtszeit ihrem unvermeidlichen Los entgegen zittern muss, von ihrer hübschen Vorsilbe getrennt zu werden, ja, desto tiefsinniger wursteln gewisse Gedanken um gewisse Geschichten herum: Geschichten von der Zeit um die Wintersonnenwende, als deren bekannteste ja nun einmal das christliche Weihnachtsfest sich in vielen Teilen dieser Erde irgendwie etabliert hat.
Und da geht es hauptsächlich um eine Legende, welche sich am 24. Dezember in einer Lokalität namens Bethlehem zugetragen haben soll, genauer: In einem kleinen Stall, zu dessen recht reichlich bemessener Auslastung neben Frau und Mann und neugeborenem Kind auch noch Ochs und Esel und bisweilen das eine oder andere Schaf gezählt haben sollen. Die Frage, was genau in diesem Etablissement so idyllisch gewesen sein soll, hatte ich mir schon als Kind gestellt, doch die Art und Weise, wie die einmal versehentlich laut geäußerte Frage schon damals beantwortet worden ist, lieferten der zarten Vermutung Nahrung, dass mit der Bezeichnung “Fest der Liebe” wohl irgend etwas anderes gemeint sein musste als das, was ein naiver Pimpf sich darunter alles vorstellte. Und als dann Jahre später die familiäre Edeltanne mit Stille-Nacht-Gesang vom Plattenspieler abgelöst wurde vom wohngemeinschaftlichen Zusammensein mit lamettabehängter, verkrüppelter Yuccapalme bei Uriah Heep, Van der Graaf Generator, Frank Zappa und anderen besinnlichen Klängen, hatte sich im Grunde nur die Methodik geändert. Und wenn auch in den Folgejahren die Methoden noch öfters wechselten, blieb die eigentliche Frage seltsam offen und hinterließ stets ein diffuses Gefühl von Wehmut, dem die Sentimentalität wie ein besoffener Schatten folgte: Warum ist ausgerechnet dieser 24. Dezember anders als andere Tage im Jahr?
Da ich mir vorstellen kann, dass auch andere Leserinnen und Leser solche Tage nicht einfach kritiklos als Tradition übernehmen wollen, sondern die sich vielleicht ähnliche Fragen dazu stellen, möchte ich Euch bitten, als Kommentar einfach Eure persönliche Meinung zu diesem 24. Dezember mitzuteilen. Also nur Mut! Wie haltet Ihr es mit dem sogenannten “Heiligen” Abend?
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