Mein Gedoodle – Bilder einer Schulzeit

Neulich habe ich meine alten Schulaufzeichnungen durchgesehen. Vieles habe ich entsorgt, aber einige Sachen waren doch so interessant, dass ich sie gerne hier teilen möchte.

Unterrichtsfach: Kunst

Unterrichtsfach: Kunst

Was hatte ich viel aufzuholen gehabt, als ich nach der zweiten Klasse in eine Grundschule in der ländlichen Gegend gekommen war? Aber die Luft war freundlicher hier. In meinen Zeugnissen von damals stehen Bemerkungen, wie: Schnell in die Klassengemeinschaft eingelebt. Reiche Phantasie. Liebevoll und zugänglich, aber verstößt oft bewusst gegen Regeln des Schulalltages.

Ob das ein negativer Einfluss durch Lara war? Immerhin spielte ich damals gerade mein erstes PC-Abenteuerspiel: Tomb Raider 2. So genau kann ich es gar nicht beurteilen. Zwar ist die Hauptfigur der Tomb Raider Reihe wirklich nicht dafür bekannt, sich an Grenzen zu halten, aber eine Vorbildfunktion hatte sie für mich damals nicht unbedingt.

Durch die tollen Lehrerinnen in der neuen Grundschule habe ich dort einen guten Abschluss hingelegt. Fürs Gymnasium hat es dann aber doch nicht gereicht. Meine Klassenlehrerin meinte, der Knoten sei bei mir noch nicht geplatzt, und man könne das später noch umentscheiden.

Subject: German

Unterrichtsfach: Deutsch

In der Mittelschule lagen die Dinge schon anders. Hier kam ich in den Genuß einer züchtigen Schulbildung. Kritzeleien waren hier beispielsweise nicht gern gesehen, und wurden bei Hefterkontrollen auch regelmäßig angemahnt.

 

Auf dem ersten Zeugnis der Mittelschule bemerkte die neue Klassenlehrerin, dass ich oft unkonzentriert wirkte und es mir schwer fiel, bei Schwierigkeiten, Konflikten und Kritik angemessen zu reagieren. Ich schiebe es auf meine Eltern. rolleyes

Sie meinte auch, es gelinge mir nur selten, meine vielseitigen Interessen aktiv in den Unterricht einzubauen. Manchmal hat es schon recht gut funktioniert, das Angenehme mit dem Notwenigen zu verknüpfen, und manchmal eben weniger.

Subject: German

Unterrichtsfach: Deutsch

In der Siebten, als sich weniger erfreuliche Ereignisse in meinem Leben quasi überschlugen, hieß es von meinem Klassenlehrer, dass mich das Unterrichtsgeschehen zu oft völlig gleichgültig ließ. Er schrieb auch in die Bewertung, dass ich mich nicht recht in die Klassengemeinschaft einordnete, und mich erst auf Aufforderung mit der Arbeit beschäftigte. Tatsächlich sind zu der Zeit sehr viele Kritzeleien entstanden.

Mit dem Jahreszeugnis der achten Klasse war dann gewissermaßen ein Tiefpunkt erreicht, worin die Einschätzung unter anderem davon spricht, dass ich in meinen Leistungen weiter abgebaut habe, mich Störeinflüssen nicht entziehen und generell schlecht konzentrieren kann, und in der Klasse ein Einzelgänger sei.

Ja, es ging mir in der Zeit nicht besonders, und aus einer Reihe von Gründen war ich überzeugt, ohne andere besser dran zu sein. Vielleicht hat genau das meine Bindung zu Tomb Raider noch verstärkt. Lara Croft ist beinahe der Inbegriff der Unabhängigkeit; was sie sich vornimmt, schafft sie auch allein. Jedenfalls hatte für mich diese Spielereihe mittlerweile eine stützende Funktion gewonnen, und in meinen Kritzeleien und kreativen Arbeiten machte sich das natürlich bemerkbar.

Subject: Art

Unterrichtsfach: Kunst

Es ist schon komisch, wie sich plötzlich der Wortlaut änderte, als ich in den letzten Schuljahren einen Rückzugsort in der Schularbeit fand. Ich war zu der Zeit nach wie vor sehr in mich zurückgezogen und nahm kaum noch an der Welt teil, aber sobald die Noten besser wurden, wurde das Verhalten wohl weniger wahrgenommen.

So hieß es in der letzten Zeugnisbemerkung vor dem Abschlusszeugnis, ich zeigte ein distanziertes Auftreten, sei im Allgemeinen sicher und bestimmt, und würde den Anforderungen und Erwartungen gerecht. Die Kritzeleien wurden durch diese Verschiebung zwar seltener, aber wo es sich anbot, wurde Tomb Raider doch immer mal wieder zum Thema gemacht.

Musik Lesson: Producing a Star

Unterrichtsfach: Musik

Zudem hatte ich jedoch inzwischen auch ein Hobby gefunden, in dem ich mich kreativ betun, und aus welchem ich Kraft schöpfen konnte. Ganz schleichend, und über mehrere Jahre hinweg, kam ich online mit freundlichen Menschen in Kontakt, durch den Objekte- und Levelbau, und ganz schleichend, und über mehrere Jahre hinweg, änderte das alles.

Als wär’s erst gestern gewesen,
Sponge

Inspiriert durch Teil 1 & Teil 2 der “Tomb Story” von Cybie.

Wenn ihr eine kleine Story oder Anekdote zu euren Erfahrungen mit Tomb Raider habt, dann schreibt doch auch mal einen Gastartikel im Blog darüber. Woran erinnert ihr euch, wenn ihr auf Bilder, Notizen und Kritzeleien von damals seht? Schreibt uns eine E-Mail dazu, was euch an TR bewegt, oder gebt es in einem Kommentar zum Besten; wir freuen uns immer über Feedback oder Gasteinträge!

Ein Gedanke zu „Mein Gedoodle – Bilder einer Schulzeit

  1. Niklas

    Hahaha ! Mario das hätte ich echt nie von dir erwartet ! Immer wieder interessant, was man so alles von doch so unscheinbaren Personen erfahren kann. Ich musste echt so doll lachen als ich den Text gelesen habe, als ich dann unten Sponge gelesen habe, musste ich locker 5 Minuten lachen.
    Einfach nur herrlich, hast mir damit nen wirklich schönen Abend bereitet !

    Tja, ich war nicht so hardcore-addict zu TR wie du es warst, es ist schon ne tolle Sache solch’ eine Leidenschaft gefunden zu haben, so ein Glück haben nicht viele Menschen. Ich kann mich soweit ich weiss an nichts erinnern was so eine Passion angeht, schade eigentlich.

    Bezüglich TR, tja ich war damals begeistert auf dem Schoss von meinem Dad vor dem PC am TR zocken, war schon ganz lustig, da ich immer genau gewusst habe wie’s weiterging, obwohl ich erst 5 war. Ganz bessonders kann ich mich an die Rage-Momente meines Vaters erinnern als ich ausversehen mit den Fuss auf den Aus-Knopf des Computers gedrückt habe (ich habe ganz gern meine Beine hin und her geschaukelt). Hmm, das erste Mal selbst TR gespielt habe ich mit 11 glaube ich. Oh Mann-O-Meter, ich hatte da vielleicht Schiss als ich in den Strassen von Rom war (ich habe mit TR5 angefangen). Später mit 12 entdeckte ich dann den Editor, und war natürlich total begeistert. Mein Dad musste die Zeit als Tester für diesen und jenen Schrott herhalten. Mit 12 (?) bin ich dann hier auf die LB gekommen, ist glaube ich laut den Forumregeln erst ab 14, haha einen Grund hat das auf jeden Fall. Ausserdem war ich zu faul das Manual zu lesen (RTFM) tja da musstet ihr dann herhalten. ^^

    Ich hatte auch ne schwere Zeit mit 10-13 Jahren. Mit 10 bin ich ja in die Schweiz umgezogen, musste Französisch lernen und eben alles von Deutschland hinter mir lassen, Freunde & Familie etc… Naja, die ersten Jahre waren bessonders hart, da ich natürlich meine Probleme mit der Sprache hatte, was mich jedoch am meisten geprägt hatte war die Abneigung der Klassenkamaraden. Ich wurde so ein Jahr komplett diskriminiert, mit der Begründung ich sei ein Nazi, weil ich ja anders bin und aus Deutschland komme. Einige aus der Klasse waren ab und zu mal normal drauf, doch der Schein trübt…ein Paar gestörte Kinder wollten umbedingt, dass ich mich so scheisse wie möglich fühlte. Sobald mal ein minimaler Kontakt zu Stande kam, wurde mein Gegenüber gleich drauf aufmerksam gemacht, dass ich doch ein Nazi sei. Die 5 und 6 Klasse war dann eigentlich das Gleiche, nur das Nazi-getue lies etwas nach, diskriminiert wurde ich weiterhin. Immerhin hatte ich zu der Zeit einige “Freunde”, wirkliche Freundschaft war das aber bei Meilen nicht. Die dennoch dauerpräsente Diskriminierung machte mich fertig, ich wollte mich als ich von der Schule kam nur noch mit anderen Sachen ablenken, ich versuchte schliesslich Zuflucht zu finden und das war hier auf der LB ! Erst ab der 7 wurde die Situation besser (ab der 7 ist in der Schweiz Gymnasium), sogar viel besser, plötzlich hatte sich doch alles zum Guten gewendet. Naja dachte ich jedenfalls, in der 8 hat mich dann so ein südländischer “Schrank” bewusstlos erwürgt, ich hatte das “Nazi” sein einfach satt. Letztendlich habe ich den Arsch auch angezeigt, war ganz lustig als der plötzlich vor Gericht stand. Man mag es kaum glauben aber selbst in der 10 wurde ich von 19 (!) jährigen Mitschülern (nen Paar mal sitzen geblieben lol) beklaut, und das 3 Mal. Ich habe dann die Möglichkeit ergriffen und bin 3 Monate Aufenthalt nach Deutschland gegangen, das tat gut ! Jetzt in der 11 scheint alles wieder perfekt zu sein, zumindest sind die Heinzis wieder steckengeblieben, diesmal nur definitiv, g’scheit so !

    Also ja, TR hatte indirekt schon einen sehr grossen Einfluss auf mein Leben, zumindest hat es psychisch viel beigetragen. Ich würde mich wie Mario auch, über Geschichten von anderen Mitgliedern sehr freuen !

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>