Der typische TR-Spieler


Ich habe mir mal ein paar Gedanken über die Leute gemacht, die vor ihrer Kiste sitzen und Tomb Raider spielen. Da gibt es ja die unterschiedlichsten Typen. Hier mal meine (natürlich nicht repräsentativen, da nicht nachgeforschten), sehr sehr sehr subjektiven Erkenntnisse:

Der Sammler: Er ist am glücklichsten, wenn er alle Medipacks, alle Waffen, alle Flairs und alle Munition einsammeln kann. Und er ist furchtbar unglücklich, wenn er auch nur eine Kleinigkeit wieder abgeben muss. Darum versucht er immer mit dem geringsten Einsatz das Maximum herauszuholen. Wenn es aber mal wieder zu viele Gegner sind, legt er eine Pause ein und überlegt erstmal, was er denn nun eher einsetzen kann: Wertvolle Munition oder wertvolle Medipacks. Egal für was er sich entscheidet, ihm schießen ob dieser Verluste die Tränen in die Augen. Dabei bemerkt er gar nicht, dass er die Hälfte der Gegner übersehen hat und der Verlust noch größer ist als geplant.

Der Draufgänger: Auf sie mit Gebrüll und immer vorwärts, was anderes gibt es für ihn nicht. Er setzt alles ein, was er hat, auch wenn er dabei mit Explosivpfeilen auf Ratten schießt. Wo das Gewühl am größten ist, da ist er zu finden! Und scheitert grandios. Und versucht es gleich nochmal. Und scheitert wieder grandios. Und versucht es noch fünf mal. Und scheitert jedes mal. Danach geht er ins Forum, beschwert sich, dass er, er!!!! ständig bei dieser Stelle stirbt. Dort wird ihm dann erstmal verklickert, dass er einen Hebel vergessen hat, mit denen man alle Gegner unschädlich machen kann. Darüber ist er so empört, das ihm, ihm!!!! noch irgendjemand was beibringen will, dass er den Level von der Platte fegt und was anderes spielt.

Der Neugierige: Er geht überall hin. Er dreht jeden Stein dreimal um. Er springt selbst dahin, wo laut Levelbauer eigentlich gar nichts ist und wo auch niemand hinspringen sollte. Er macht es. Nur um zu wissen, ob da nicht doch etwas ist. Und wenn er an einer Stelle nicht weiterkommt, weil der Sprung eigentlich nicht machbar ist, holt er sich Hilfe.

Der Sprungkünstler: Er kommt überall hin. Er ist auch derjenige, der dem Neugierigen hilft. Er macht auf engstem Raum einen Handstand mit zweifacher Drehung und behauptet dann noch, dass die Stelle viel zu einfach sind, obwohl alle anderen sagen, dass diese Stelle viel zu schwer ist.

Der Gründliche: Bevor er irgendeinen Hebel zieht, irgendetwas verschiebt oder irgendetwas anzündet, guckt er sich jede Ecke erstmal genau an, rüttelt an Türen, schießt auf Gitter, dreht jeden Stein dreimal um und nimmt sich jeden Raum einzeln nacheinander vor. Erst wenn er absolut alles abgegrast hat und nicht mehr weiterkommt, dann zieht er den ersten Hebel.

Der Vergessliche: Der Vergessliche macht im Grunde das gleiche wie der Gründliche, da er aber vergessen hat, trotz erklärender Kamerafahrt, welche Tür dieser Hebel denn nun geöffnet hat, muss er alles gleich nochmal absuchen. Daher lässt der Vergessliche es meistens gleich bleiben und zieht sofort den Hebel, bewahrt sich aber ein Save auf, damit er rausfinden kann, ob er nun an der richtigen Stelle sucht oder nicht.

Der Orientierungslose: Ihm geht es wie dem Vergesslichen, aber bei ihm ist es noch schlimmer. Er findet keine Hebel, selbst wenn er davor steht. Er scheitert bei jedem Labyrinth, selbst wenn der Ausgang an der nächsten Ecke ist. Wenn er etwas schieben muss, hat er keine Ahnung, wohin. Er sieht zwar eine Bodentextur, die anders aussieht, schiebt dieses andere Aussehen aber auf den schlampigen Levelbauer.

Der Faule: Der wartet einfach, bis der Walkthrough draußen ist, druckt sich den aus und legt dann erst los.

Der Ängstliche: Er zögert an jeder Ecke. Er zieht erstmal die Pistolen und läuft schießend um die Ecke rum. Wenn alles gutgegangen ist, ist er überglücklich und könnte die ganze Welt umarmen. Wenn drei Gegner auf einmal auftauchen, rennt er erstmal soweit weg, wie es geht. Dann fängt er an zu schießen, obwohl die Gegner noch gar nicht in Schußweite sind, aber sicher ist sicher.

Der Speicherfreak: Er läuft fünf Schritte, sieht einen Block und speichert. Dann läuft er wieder fünf Schritte, sieht eine Tür und speichert. So geht das die ganze Zeit: Vor jedem Sprung, vor jeder Tür, vor jedem Block und vor jedem Hebel speichert er. Das der Spielfluss etwas zäh ist, fällt ihm dabei gar nicht auf, da er mit speichern beschäftigt ist.

Habe ich jemanden vergessen? Wenn ja, bitte ich vielmals gnädigst untertänigst um Entschuldigung.

In diesem Sinne, Happy Raiding

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5 Antworten zu “Der typische TR-Spieler”

3 04 2008
Tom (14:05:56) :

na ich hab mich in einigen Typen wiedergefunden. ich denke, die Mischung machts, und die Stimmung, vielleicht auch das Wetter, … :)

3 04 2008
Laraboy (15:15:06) :

Der Artikel is grandios und lustig geschrieben, in 2 davon konnt ich mich auch wiedererkennen! Echt humorvoll deine Artikel! =D

3 04 2008
jonson (18:06:09) :

Haha :-D
Das ist echt ein Artikel aller erster Sahne scottie.
Ich bin natürlich der Speicherfreak…

3 04 2008
Doro (19:38:54) :

Mal wieder prima, amüsant und gar nicht so subjektiv nachgeforscht, Deine Erkenntnisse, Scottie!
Wenn ich mal so in mich gehe – die Typen “Der Draufgänger” und “Der Sprungkünstler” treffen auf mich nicht zu – alle anderen dafür besonders.
Zwei Typen, die ich noch anbieten möchte, sind:
“Der Sadist” – er jagt meine Lara (Grummel) durch die mörderischsten Fallen, bis auf den letzten Blutstropfen, das ist für ihn in Ordnung, solange es noch Medipacks im Inventar gibt. Für ihn ist der größte Spaß, durch das Drücken einer Medipack-Taste im letzten Moment , mit Laras Leben zu spielen.
Und der Typ “Mir ist keine Herausforderung des Levelbauers zu blödsinnig konstruiert. Ich schaffe alles, auch wenn ich dafür 168 Versuche und drei neue Tastaturen brauche.”
Liebe Grüße
Doro

5 04 2008
Gerda (15:14:37) :

Toller und wie immer unterhaltsamer Artikel, Scottie, einordnen kann ich mich selbst allerdings nirgends, bin wohl ein ganz ausgefallener, seltsamer Spieler-Typ.

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