TR-Meeting XI: Vier Tage Sommer im Harz
Mittwoch, 2. Juni 2010 – Mr. Tomb Raider’s Küche:
Im Ohr hatten wir lemontree’s fürsorgliche Befürchtung, wir könnten unter einem Kuchendefizit leiden. Und so zauberten Mr. Tomb Raider (Sven) und ich aus 1 Kilo Mehl, 500 Gramm Zucker, 10 Eiern, Backpulver, Vanillezucker und Butter stolze 48 Muffins fürs TR-Meeting. Dazu noch einen Topfkuchen, den Sven mit viel Engagement und Kreativität passend „kleiden“ wollte. Betonung auf „wollte“, denn Marzipanruinen, -baumstümpfe und –säulen überlebten die Reise leider nicht und sorgten in Bad Grund statt des erhofften Wow-Effektes eher für Belustigung. Zugegeben, ein wenig doppeldeutig sahen sie tatsächlich aus. Von dem liebevoll „Peniskuchen“ genannten Rührkuchen habe dann auch nur ich gegessen.
Donnerstag, 3. Juni 2010 – 9 Uhr morgens:
Mit Koffer, Taschen, Muffins und Kuchen bepackt, machen wir uns bei Sonnenschein von Oldenburg über Bremen und Hannover auf die Reise nach Alfeld, wo uns Marcel (Deinser84) zu seinen beiden Kuchen ins Auto lädt. Zu dritt beginnen wir die letzte Etappe nach Bad Grund. Dass wir dabei schon an der ersten Abzweigung scheitern würden, hätten wir allerdings nicht gedacht. Wir müssen sehr lange warten, bis wir endlich eine Lücke im Verkehr finden. Der Rest des Weges dagegen ist ein Kinderspiel – doch wo genau ist eigentlich das Gruppenhaus?? Ein verzweifelter Anruf bei lemontree, ein paar weitere Meter im Auto – und wir sehen unsere Heimat für die nächsten 4 Tage. Nach kurzer Zeit sind die Zimmer bezogen und die ersten Computer, Laptops, Konsolen und Bildschirme im Aufenthaltsraum (”Wintergarten”) aufgebaut.
Nach und nach trudeln all die vielen bekannten Gesichter und der ein oder andere Meeting-Neuling ein und die Wiedersehensfreude ist riesengroß. Überall klicken Digicams, Spiegelreflex-Kameras und Handys. Kurzerhand schnappen sich die ersten Gäste Kaffee und Kuchen und setzen sich bei schönstem Sommerwetter in den Hof, an der Pole Position, um neue Gäste zu begrüßen – und bald schon ist der kleine Parkplatz vor dem Haus voll mit Autos. Neben den “alten Hasen” können wir dieses Jahr zum ersten (und hoffentlich nicht zum letzten) Mal Sonica, Deinser84, Mr. Unbekannt, Dinotom, Spongebob und Alex in unserer Mitte begrüßen, während andere liebgewonnene Menschen merklich fehlen. Dafür kommen jedoch einige kurzentschlossene Member vorbei, die man schon lange nicht mehr gesehen hatte: Chicken und juttae. Schön, dass ihr da wart!
Wer nach so viel Kuchen noch Hunger hat, kann sich abends nach Andreas’ traditioneller Meeting-Ansprache an Würstchen, Brötchen und Gemüseplatten nach Herzenslust bedienen. Danach verteilt man sich: wieder nach draußen zum Reden, an die Konsolen, zum “Avatar”-Gucken ins hauseigene kleine Kino oder für Tipps und Tricks rund ums Levelbauen an die Laptops.
Je später der Abend, desto ruhiger das Gruppenhaus. Zumindest, bis Minnie, tombraidergirl und ich traditionell zur Begrüßung der Neuen die Löffel aus der Küche holen.
Wir müssen jedoch feststellen, dass die Türen nicht Löffel-kompatibel sind und so sitzen wir kurze Zeit später auf dem Boden vor Sonica’s Tür und versuchen leise, alle Löffel aufzusammeln. “Hoffentlich macht sie jetzt nicht die Tür auf!”, höre ich mich noch sagen – und einen Herzschlag später rennen drei aufgeschreckt lachende Weiber zurück in den Aufenthaltsraum. Gefolgt von Sonica, die uns netterweise die drei in der Eile vergessenen Löffel mitbringt.
Der nächste Morgen beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und einem gemütlichen Beisammensein in der Sonne. Nach den ersten Tassen Kaffee sind auch die Längschläfer munter und ein entspannter Tag nimmt seinen Lauf. Buck und MichaelP fahren schwimmen, die Levelbauer ziehen aus Platzmangel in den Speisesaal, denn gegessen wird ohnehin draußen, die Geocacher machen sich auf den Weg durch Berg und Tal und planen anschließend ihren abendlichen Ausflug. Außerdem gesellen sich ein paar Nachzügler, die Donnerstag nicht frei bekommen haben, zu uns (wenn auch manchmal erst nach einer kreativen Postergestaltung). Zum Abendbrot zaubern janjan und OpaTS Würstchen, Fleisch und Vegetarisches vom Grill, und die Küchendamen glänzen mit Salaten, Gemüseplatten, Brot und Dipps.
Der ungeliebte Abwaschdienst entwickelt sich anschließend unerwartet zum Besuchermagnet, als JanaTS und ich herausfinden, warum Spülmittel trotz der Namensgleichheit nicht in eine Spülmaschine gehört.
Am Samstag erwarten wir gespannt Nils Blankenstein von Eidos/Square Enix Deutschland, der ganz exklusiv für uns etwas im Gepäck hatte, über das wir aber leider kein Wort verlieren dürfen.
Soviel sei aber verraten: das kleine Kino war nach dem Abendbrot zwei Mal bis auf den letzten Platz voll interessierter Menschen.
Vorher gilt es allerdings wie jedes Jahr, Aufstellung zu beziehen und das diesjährige Gruppenfoto zu machen. Anschließend gibt es eine Verlosung von tollen Preisen, die Nils aus seinem Kofferraum hervorgezaubert hat. Von Schlüsselbändern, über Taschenlampen und Lara-Statuen, bis hin zu “Underworld”-T-Shirts ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Danach hat das Orga-Team wieder eine tolle Spieleüberraschung für uns vorbereitet. Für die freiwillige Teilnahme gibt es einen der seltenen Lara Croft Style-Guides mit Fotos und CD. Wer schon einmal Cluedo gespielt hat, kann nun einen kleinen Vorteil für sich verbuchen. In 4er- oder 5er-Teams erhalten wir jeder 3-4 Karten, auf denen jeweils entweder ein Tätername, eine Mordwaffe oder ein Raum des Gruppenhauses steht. Eine Kombination Mörder-Waffe-Raum wird verdeckt gezogen und in einen Umschlag gelegt, die von den Teamleitern für uns aufbewahrt werden. Unsere Aufgabe ist es nun, durch gezieltes Befragen der Mitspieler herauszubekommen, welche der Karten sich NICHT in deren Hand befinden und deshalb die richtige Kombination im Umschlag sein müssen. So bewegen wir uns also mit Zettel und Stift bewaffnet durchs Gruppenhaus und sprechen allerhand Vermutungen aus, welcher der fünf Verdächtigen mit welcher der 6 Tatwaffen in welchem der 9 Räume jemanden ermordet hat. Meistens lagen wir falsch und ein Mitspieler konnte uns eine der genannten Karten zeigen.
Ich war in einer Gruppe mit Tiggi, Buck, Spongebob und Mr. Tomb Raider. Nach einigem Herumlaufen beschließen wir, im Schatten der Eingangstreppe zu bleiben und dort die Suche nach dem Mörder abzuschließen. Mit viel “Ahaaaaa” und “Ohooooo” und “Das ist ja höchst interessant!” kam Buck schließlich auf die richtige Lösung: Es war Pierre, mit der M-16 im Speisesaal! Herzlichen Glückwunsch, Buck! Du hast Dich damit für die Runde der Gruppensieger qualifiziert, die Du dann auch souverän gewonnen hast.
Nach so viel Aufregung haben wir uns dann auch die ein oder andere Erfrischung verdient, während die Wagemutigen unter uns sich nochmal zu einem nächtlichen Geocaching aufmachen. Da ich selbst nicht dabei war, lasse ich einfach ein paar Bilder für sich sprechen und bediene mich Heiner’s Beschreibung der Tour:
“Die Tour war wirklich ein Hammer. Es fing ganz harmlos an, es musste draußen dunkel sein, damit man mit der Lampe die Hinweispunkte erleuchten konnte – von Irrlichtern hatte keiner etwas gesagt. Beim ersten Cache stand eigentlich dran “Moor betreten verboten”, aber Hochgiftig hatte ihn doch entdeckt. Mit Koordinaten für einen Bonuscache. Wir also den nächsten Abend wieder hin. Ein Teil des Weges war versperrt, Schutthalde, Lawinengefahr. Aber die erfahrenen Cacher haben doch noch einen Weg zu den nächsten Koordinaten gefunden, einem “Haus ohne Fenster und Türen und ohne Dach”. Da kamen wir in diese Ruinenlandschaft. Alles sah wie eine Bunkeranlage aus, die zum Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt worden ist. Das Ziel sollte in der Nähe sein, keine 80 Meter entfernt, aber es war kein Weg mehr zu erkennen. Ich dachte, oben auf dem Berg könnte einer sein, also kraxelten wir den steilen Hang hinauf, aber da war nur dieser lange Tunnel, aber wir hatten das Ziel doch erreicht. Es war schon gespenstisch, nachts in einen langen Tunnel entlang zu gehen, nur mit der Taschenlampe als Lichtquelle, von der Decke tröpfelte Wasser hinunter, obwohl es ein paar Tage nicht mehr geregnet hatte, bloß um das Versteck zu finden. Ich bin daran vorbei gegangen, aber Buck hatte es trotzdem entdeckt. Irgendwie konnte man sich wie Lara Croft fühlen, wenn sie die unterirdischen Katakomben untersucht. Den steilen Hang wieder hinunter zu kommen war bald noch schwieriger als nach oben zu kommen, man musste aufpassen, dass man nicht ins Rutschen geriet. Auf dem Rückweg durch den dunklen Wald hatte Hendrik noch ein paar Schauergeschichten auf Lager, “neulich nachts auf dem Bielefelder Friedhof”. Was wäre passiert, wenn wir in einen Schacht hineingerutscht wären? Da darf man nicht darüber nachdenken. Es war ein großes Erlebnis.”
Für die “Daheimgebliebenen” klingt der Abend noch sehr lange bei einem guten Wein, bei Bier und bei der letzten Flasche Wodka aus. Unser Plan, Nils dabei betrunken zu machen und ihm Geheimnisse über LCGoL zu entlocken, schlug leider fehl.
Dafür wird ausführlich über das Toilettenverhalten von Frauen diskutiert und manch ein lauschendes Ohr mag bei den Gesprächsthemen am Tisch feuerrot geworden sein.
Für die musikalische Untermalung ist dank Gitarrenklängen auch gesorgt und so neigt sich unser letzter Abend in Bad Grund langsam dem Ende zu.
Der Sonntag Morgen beginnt mit unserem Frühstücksbuffet, gefolgt von kollektivem Kofferpacken und Haus Aufräumen. Nun kommt langsam Wehmut auf. Wie können vier Tage nur so schnell vorbei sein? Einladungen werden ausgesprochen und gegen Mittag machen sich die ersten Gäste auf den Heimweg, begleitet von vielen Umarmungen und unseren guten Wünschen. Nach und nach leert sich der Hof und es wird deutlich: ja, das war’s. Das TR-Meeting 2010 ist gewesen. Ein Tag länger und doch noch immer zu kurz. Es bleibt die Vorfreude auf das nächste Jahr und das nächste Meeting.
Mr. Tomb Raider und ich sind schließlich um 19:30 Uhr zu Hause und es regnet. Man spürt ihn schon, den Meeting-Blues.
… und da war ja noch …
Das Wodka-Gummibärchen-Experiment
Dass Gummibärchen sich in Wasser langsam vollsaugen und auflösen, ist bekannt. Doch was passiert, wenn grüne Gummitierchen ihren Weg in einen Rest Wodka finden?
Ergebnis: Der Wodka riecht enorm süß, noch mehr als Energy-Drinks und hat eine – siehe Bild – grüne Färbung angenommen. Die Konsistenz ist dickflüssig-klebrig. Und ehrlich gesagt nicht so, dass ich es probieren möchte.
Danke für die vielen wundervollen Erinnerungen – und bis zum nächsten Jahr!























Jep, genau so wars.
Danke für den netten Bericht.
bei den neulingen hast du dinotom und den nils vergessen…. man, war das ne schöne zeit….. *schwärm
@Deinser: oh verdammt, und dabei habe ich mir so eine Mühe gegeben und versucht, an alle zu denken.
Cool, endlich auch für uns, die wir in diesem Jahr nicht teilnehmen konnten, ein toll geschriebener Überblick.
Herzlichen Dank dafür
Ach, bei der Sauforgie war ein Plan dahinter. Wir hatten uns schon gewundert, wie man so schnell “voll wie ein Eimer” wird.
Jetzt sind auch die Neulinge komplett.
WAS? Du hast den Gummibär-Wodka nicht probiert??? So geht das aber nicht!
Bitte aufheben und zum nächsten Meeting mitbringen! Ich würde mich gerne als Versuchskaninchen bereit stellen!
Danke für den tollen Bericht!
Auch Heiners Beschreibung vom Geocachen ist sehr gelungen!
Buck
@mercy: Du hattest mich vergessen? Glück gehabt, ich lese deinen laaangen, schönen Bericht erst jetzt. Ich seh es mal positiv, dass ich nicht negativ aufgefallen bin.
Zumindest mir nicht, Tom.
Interessant, was ihr so erlebt habt. Danke für den Bericht.
“Löffelkompatibel” – ein schöne Wortschöpfung. Muss ich mir unbedingt merken.
Wunderschön geschrieben und super getroffen.
Vielen Dank.
Sonica
Toller Bericht, mercy!
Ach ja..und -schwupps- war es auch schon wieder vorbei.
Du hast hier jedenfalls einen tollen Einstand in die Tribune abgeliefert.
Ich danke euch sehr!
Auch dafür, dass ich den Artikel schreiben durfte.